Zu diesem Zeitpunkt der Saison ist es schwierig, eine typische Mannschaft von Real Madrid zu bestimmen, denn Cheftrainer Carlo Ancelotti konnte selten auf den kompletten Kader zählen. Das Team musste sich erst einspielen, wichtige Spieler fehlten, fehlen bzw. kehren nach langer Verletzungspause erst zurück. Dennoch lassen sich nach zwei Spieltagen in der Champions League und acht Spieltagen in Spaniens oberster Spielklasse Tendenzen ableiten.

Welche Neuzugänge hat Real Madrid verpflichtet?

  • David Alaba, entschied sich, seinen auslaufenden Vertrag beim FC Bayern München nicht zu verlängern und zum Ende seiner Karriere ein letztes großes Kapitel einzuschlagen. Der ausgebildete zentrale Mittelfeldspieler, welcher als Linksverteidiger zur Weltklasse heranreifte, wird derzeit häufig als Innenverteidiger eingesetzt. Der Österreicher kam ablösefrei und kann wohl schon deshalb als gute Investition bezeichnet werden.
  • Eduardo Camavinga wurde am letzten Tag der Transferperiode überraschend von Stade Rennes verpflichtet, nachdem vor allem Paris Saint-Germain um die Dienste des defensiven Mittelfeldspielers buhlte. Der 18-Jährige kam für etwas mehr als 30 Millionen Euro in die spanische Hauptstadt, was hinsichtlich seines Potenzials heutzutage als Schnäppchen bezeichnet werden muss.
  • Miguel Gutiérrez wurde von der zweiten in die erste Mannschaft befördert. Mit Ferland Mendy war der etatmäßige Linksverteidiger lang verletzt gewesen. Neben dem 20-Jährigen kehrten noch einige Spieler nach ihren Ausleihen zu den Königlichen zurück: Jesús Vallejo, Dani Ceballos, Gareth Bale und Luka Jovic.

Wer gehört nicht mehr zur typischen Mannschaft von Real Madrid?

  • Zu den prominentesten Abgängen zählt wohl Raphael Varane, denn der Franzose gehörte wirklich regelmäßig zur typischen Mannschaft von Real Madrid. Der Verteidiger verstärkt nun Manchester United.
  • Martin Ödegaard wurde nach London abgegeben. Er wirbelt nun im offensiven Mittelfeld der Gunners.
  • Ein weiterer Hochkaräter, der die typische Mannschaft von Real Madrid verkörperte – und das jahrelang: Kapitän Sergio Ramos – suchte eine neue Herausforderung und wechselte ablösefrei in die französische Hauptstadt.
  • Mit Brahim Díaz (AC Mailand), Takefusa Kubo (RCD Mallorca) und Álvaro Odriozola (AC Florenz) wurden drei Spieler für eine Spielzeit verliehen.

Wer gehört nun erst recht zur typischen Mannschaft von Real Madrid?

Durch Vertragsverlängerungen haben die Vereinsverantwortlichen besonders klargestellt, wer nun zu Real Madrid gehört und dass dies in den entsprechenden Fällen auch über die nächsten Jahre so bleiben soll. Verteidiger Nacho bleibt dem Team zwei weitere Jahre, bis 2023 treu. Der Vertrag von Daniel Carvajal wurde sogar bis 2025 verlängert. Thibaut Courtois darf sogar vier Jahre mehr in der spanischen Hauptstadt verbringen. Sein Arbeitspapier läuft nun bis 2026. Karim Benzema bleibt bis 2023 und damit zwei Jahre länger als ursprünglich. Valverde (2027) und Casemiro (2025) haben sich jeweils für eine zweijährige Verlängerung ihres Engagements entschieden.

Wie sieht die typische Mannschaft von Real Madrid aus?

  • Thibaut Courtois ist als Torhüter der Königlichen gesetzt. Spätestens seit dem Abgang von Keylor Navas führt am Belgier kein Weg vorbei. David Alaba und Eder Militao bilden derzeit die Stamm-Innenverteidigung. Nach dem Abgang von Varane und Ramos stellen sich diese beiden mehr oder weniger von selbst auf. Als Linksverteidiger dürfte man mit Ferland Mendy rechnen, doch der Franzose kommt erst aus einer langen Verletzungspause. Marcelo, ebenfalls verletzt gewesen, der junge Miguel Gutiérrez und David Alaba standen bereits als Alternativen bereit. Als Rechtsverteidiger ist Daniel Carvajal gesetzt. Doch auch der Spanier war lang verletzt und wird immer wieder von Lucas Vázquez ersetzt, der diese Rolle offensiv interpretiert.
  • Die typische Mannschaft von Real Madrid im Mittelfeld: Casemiro, Fede Valverde und Eduardo Camavinga werden in den wichtigen Spieelen der Königlichen wohl die typische Mannschaft von Real Madrid ausmachen. Doch diesbezüglich hat Carlo Ancelotti einige Optionen in der Hinterhand. Toni Kroos und Luka Modric sind zwar in die Jahre gekommen; dennoch kann der Italiener auf das erfolgreiche Mittelfeld-Duo setzen. Isco unc Ceballos sind ebenfalls Alternativen für den dritten Mittelfeldspieler, sofern dieser etwas offensiver ausgerichtet sein soll.
  • Wie sieht die typische Mannschaft von Real Madrid in der Offensive aus? Karim Benzema hat sich im Sturmzentrum einmal mehr durchgesetzt und beweist mit Toren, dass er seit Jahren einer der konstantesten und treffsichersten Stürmer Europas ist. Mariano Díaz und Luka Jovic können den Franzosen im Sturmzentrum vertreten. Auf den Außenpositionen hat Ancelotti gewissermaßen die Qual der Wahl. Gareth Bale, Rodrygo, Vinícius Jr., Eden Hazard oder doch Marco Asensio? Vinícius und Hazard haben zuweilen die Nase vorn, obwohl auch der Waliser gesetzt zu sein scheint, falls fit und in Form. Die Blancos möchten schließlich in allen Wettbewerben erfolgreich sein, insofern wird Ancelotti hier flexibel sein wollen.

Mitte Oktober 2021 kamen Mariano, Ferland Mendy, Dani Ceballos, Torhüter Andriy Lunin und Jesús Vallejo noch zu keinem Einsatz. Bei Marcelo und Toni Kroos waren es nicht viel mehr. Letztgenannter laborierte lang an einer Schambeinentzündung und gab zu, lang mit Schmerzen gespielt zu haben. Gareth Bale kam auf lediglich drei, Daniel Carvajal auf fünf Einsätze in allen Wettbewerben. Mit zehn Einsätzen jeweils am häufigsten auf das Spielfeld berufen wurden Thibaut Courtois, Eder Militao, Karim Benzema, Fede Valverde, Vinícius Jr. und Rodrygo – womit auch sichtbar werden sollte, auf welche Säulen der Cheftrainer insbesondere baut.

Fazit

Im Mittelfeld und in der Offensive sind die Madrilenen gut aufgestellt. Carlo Ancelotti hat hier jeweils die Möglichkeit, auf junge aufstrebende Spieler zu setzen, oder aber die alte bewährte Elite aufzubauen, die teilweise mit ihm schon Titel gewonnen hatte. Als Schwachstelle könnte sich das Sturmzentrum entpuppen, denn sollte sich Karim Benzema verletzen, müssten Mariano oder Jovic sofort funktionieren. Auch die Besetzung der Innenverteidigung erscheint riskant. Mit Alaba, Militao, Vallejo und Nacho stehen zwar vier Innenverteidiger zur Verfügung, doch ob Nacho und Vallejo den Gegnern auf Weltklasse-Niveau Stand halten können, ist fraglich. Trotz einer guten Saison mit dem FC Bayern dürfte David Alaba seine Stärken nach wie vor auf der linken Verteidigerposition oder aber im zentralen Mittelfeld haben. Es bleibt also abzuwarten, wie das Team in den entscheidenden Wochen der Saison in allen Mannschaftsteilen funktionieren wird.

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