Der Saisonbeginn ist Geschichte und beim FC Barcelona muss man sich schon Sorgen machen. In sportlicher Hinsicht läuft es bescheiden. Die ganze Welt scheint zu wissen, dass es dem Verein finanziell nicht allzu gutgeht. Die Schlagzeilen werden von aktuellen und alten Präsidenten dominiert, die sich gegenseitig Schuldzuweisungen machen. Der Cheftrainer kämpft öffentlich um seinen Job, denn nach null Punkten aus zwei Spielen in der Champions League kämpft er schon um seinen Job. So ganz hat man sich in Katalonien vom Messi-Schock noch nicht erholt. Wie sieht der Kader und die Startelf von Barça aus?

Die typische Mannschaft von Barcelona: wer ist neu im Team?

  • Sergio Agüero wird sich schon gefreut haben, denn endlich hatte er die große Chance, mit seinem Freund und Landsmann Lionel Messi auf Vereinsebene zusammen zu spielen. Das dachte Messi auch, als er aus dem Urlaub wiederkam, ehe man ihm mitteilte, dass sein Gehalt auf der Liste zu viel war. Nun muss El Kun in Barcelona allein auf Torejagd gehen. Der Mittelstürmer kam ablösefrei aus Manchester, von Pep Guardiolas Sky Blues.
  • Ablösefrei ist ein gutes Stichwort, denn die finanziell gebeutelten Katalanen hatten nicht allzu große Chancen auf kostspielige Transfers. Manchester City gab noch einen weiteren Spieler ablösefrei ab, der seinen Vertrag nicht verlängern wollte. Ähnlich wie einst Gerard Piqué handelt es sich um einen Innenverteidiger, der in La Masia ausgebildet wurde, dann den Sprung nach England wagte und nun wieder zurück in Katalonien ist: Eric García.
  • Angeblich nur neun Millionen Euro kostete Emerson Royal. Er hätte eine vermeintlich große Zukunft als Rechtsverteidiger vor sich gehabt. Doch ein komischer Deal mit Real Betis endete letztlich insofern, als dass Emerson Royal nun bei Tottenham in London unter Vertrag steht.
  • Carlés Aleñá kehrte nach einem Jahr beim FC Getafe in die katalanische Metropole zu seinem Jugendverein zurück.

Die typische Mannschaft von Barcelona: wer gehört nicht mehr dazu?

  • Konrad de la Fuente, in der zweiten Mannschaft des FC Barcelona herangereift, wurde für 3,5 Millionen Euro von Olympique Marseille verpflichtet.
  • Matheus Fernandes kehrte nach Ende seines Vertrags zu Palmeiras nach Brasilien zurück.
  • Juan Miranda verließ den Klub ablösefrei. Der Linksverteidiger schnürt nun für Real Betis die Fußballschuhe.
  • Jean-Clair Todibo brachte den klammen Kassen der Katalanen 8,5 Millionen Euro ein. Künftig verteidigt er für Nizza in der französischen Liga – unter anderem gegen Lionel Messi.
  • Junior Firpo wird die Defensive von Leeds United verstärken – 15 Millionen Euro soll er Barça eingebracht haben.
  • Sergio Akieme wechselte für 3,5 Millionen Euro zu Almería und damit innerhalb Spaniens.
  • Carlés Aleña wurde nach seiner Rückkehr nach Ausleihe permanent zum FC Getafe geschickt. Kostenpunkt: rund fünf Millionen Euro.
  • Monchu, seines Zeichens Mittelfeld-Talent aus La Masia konnte sich im Zuge eines freien Transfers Granada anschließen.
  • Ilaix Moriba, eines der größten La Masia-Talente, wechselte für 16 Millionen Euro zu RB Leipzig nach Deutschland.
  • Emerson Royal kam von Real Betis, doch für 25 Millionen Euro ging die Reise für den Brasilianer gleich weiter – und zwar in die englische Hauptstadt zu den Spurs.
  • Der Messi-Schock: der Argentinier, der unbestrittene MVP des FC Barcelona verließ den Verein, angeblich wegen der Gehaltsauflagen von La Liga. Ablösefrei schloss er sich Paris Saint-Germain an.

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Die typische Mannschaft von Barcelona: diese Spieler wurden ausgeliehen bzw. verliehen

Yusuf Demir wurde bis zum Ende der Saison von Rapid Wien ausgeliehen. Angeblich eine halbe Million Euro soll der Deal gekostet haben. Bislang hat sich der Österreicher in das Ensemble des FC Barcelona gut eingefügt. Am 31. August 2021 wurde außerdem bekannt, dass Luuk de Jong ausgeliehen wurde und damit mit seinem Landsmann und Trainer Ronald Koeman zusammenarbeiten kann. Francisco Trincao (Wolverhampton Wanderers), Rey Manaj (Spezia), Antoine Griezmann (Atlético Madrid) und Miralem Pjanic (Besiktas) wurden bis zum Saisonende verliehen. Gerade der Abgang des Franzosen dürfte viele hellhörig gemacht haben. Die Madrilenen haben eine Kaufoption für den Offensiv-Star. Finanziell und sportlich gesehen war das Kapitel Griezmann für Barcelona ein schlechter Deal.

Wie sieht die typische Mannschaft von Barcelona auf dem Rasen aus?

Wenn man sich die Liste der Einsätze vergegenwärtigt, wird schnell klar, auf wen Cheftrainer Ronald Koeman Mitte Oktober 2021 gesetzt hat und weiterhin setzt. Allerdings gilt es zu berücksichtigen, dass diverse Stars dem Verein lang fehlten. Wer also in den entscheidenden Spielen der Saison zum Einsatz kommen wird, bleibt abzuwarten. Ob Barça die entscheidenden Spiele der Königsklasse überhaupt erreicht, steht ebenfalls auf einem anderen Blatt. Ronald Araújo, Sergio Busquets und Memphis Depay bestritten in allen Wettbewerben bislang neun Einsätze. Sergiño Dest, Gerard Piqué, Sergi Roberto und Frenkie de Jong jeweils acht. Marc-André ter Stegen ist im Tor gesetzt. Neben Oscar Mingueza und Newcomer Gavi absolvierte er sieben Einsätze. Gänzlich ohne Einsatz blieben bislang der notorisch missachtete Samuel Umtiti, der verletzte Ousmane Dembélé und der ebenfalls verletzte Sergio Agüero.

  • Marc-André ter Stegen ist im Tor des FC Barcelona gesetzt. Zu Beginn der Saison musste er noch wegen seiner OP pausieren und wurde von Neto vertreten.
  • Typischerweise baut Koeman in der Verteidigung auf Jordi Alba (links), Sergiño Dest (rechts) und Gerard Piqué bzw. Ronald Araújo im Zentrum der Verteidigung. Alternativ kann er auch Eric García, Clement Lenglet oder Oscar Mingueza das Vertrauen schenken, während Umtiti offenbar keine Chance mehr erhält.
  • Als Kapitän spielt Sergio Busquets im Mittelfeld nach wie vor eine tragende und wichtige Rolle für die Mannschaft. Er sortiert das Mittelfeld. Dabei wird er von Frenkie de Jong oder vom jungen Durchstarter Gavi unterstützt. Da Koeman auf diverse Offensiv-Akteure verzichten musste, rückte de Jong hin und wieder eine Reihe nach vorn.
  • Im Zuge eines 4-2-3-1-Systems ergibt sich die offensive Dreierreihe in Anbetracht der vielen Verletzungen zumeist von selbst. Ansu Fati, Philippe Coutinho, Memphis Depay scheinen gesetzt. Luuk de Jong und Yusuf Demir erhielten ebenfalls verhältnismäßig viele Einsätze. Pedri ist wohl eines der größten Talente, wenn nicht das größte Talent im Kader des Klubs. Der Vertrag des spanischen Nationalspielers konnte bis 2026 verlängert werden. Aufgrund seines hohen Pensums wurden ihm Pausen gegönnt. Sollte Dembélé wieder fit und integriert werden, ist mit regelmäßigen Einsätzen zu rechnen. Ter Stegen, Dest, Piqué, Araújo, Alba, Busquets, de Jong, Pedri, Dembélé, Fati, Depay – mit Gavi, Agüero, Roberto, Mingueza, Coutinho auf der Bank – gewiss hat der Kader nach dem Abgang von Messi an Qualität verloren. Gut aufgestellt ist man allerdings nach wie vor. Das ist bzw. war die typische Mannschaft von Barcelona in Kürze.

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